Weber J.

Was veranlasst einen so eine Dokumentation über die Wegränder zu erstellen. Eine Berechtigte Frage, auf die es gleich zwei Erklärungen gibt.

  • Ersten: In meinem Wohnort Koerich bemerkte ich in den letzten Jahren eine zunehmende Intensivierung der Pflege entlang von Wegränder wie Grünanlagen. Meine Bemühungen bei den Verantwortlichen der Gemeinde Koerich, um eine Natur schonendere Mahd bei Grünanlagen und Wegränder, führte zu keinem Erfolg. Ich wandere viel und gerne, so beschloss ich Ausschau nach schönen naturbelassenen Wegränder in anderen Gemeinden zu halten. So, meine Vorstellung könnte ich positive und nachahmenswerte Beispiele sammeln, und als Motivation Hilfe für die Gemeinde Koerich einsetzen. 2020 entwickelte und gestaltet sich zu einem Sonnen verwöhntes Jahr. Optimale Bedingungen für blühende Pflanzen, ich fand jedoch keine blühenden Landschaften, weder an Feldwegen, noch an den Fahrradwegen, es bot sich mir ein trostloses Bild.
  • Zweitens meine Biographie

Aufgewachsen in Hobscheid (Jahrgang 58), lebe ich seit 81 in Koerich. Schon seit meiner Kindheit zog es mich in die Landschaften und Wälder des Eisch Tales. Anfang der 80. Jahre entwickelte Naturschutz sich für mich zu einem Anliegen dem es galt, mit einem aktiven Handeln zu unterstützen. Ich schloss mich der Regional Westen vom Mouvement Ecologique an, die zu dieser Zeit im Eisch Tal eine Biotopkartierung in der Agrarfläche (eine Pilot Studie) durchführte, an der ich mich Beteiligte. In den folgenden Jahren wurden von dieser Regionalen Umweltvereinigung viele praktische Naturschutzaktionen durchgeführt. 1987 durfte ich als Präsiden dieser Umweltvereinigung aus den Händen vom damaligen Umweltminister Robert Krieps den Naturschutz Preis „Hëllef fir d’Natur“ entgegennehmen. Dieses war eine Anerkennung für die vielfältigen Bemühungen der Regionalen Naturschützern sich aktiv einer zunehmenden Zerstörung der Natürlichen Lebensräumen entgegenzuwirken. Es wurde schon Anfang der 80. immer deutlicher, dass Freizeit Naturschutz Aktivitäten, keinem rasanten Natur Verlust auf Dauer Paroli bieten könnten. So galt schon zu dem Zeitpunkt sich für professionelle Strukturen innerhalb des Naturschutzes zu bemühen. Es entstand die Idee eines Naturschutzes Gemeindesyndikat, der 1989 Wirklichkeit wurde. Anfang Januar 1990 begann ich meinen Dienst beim Naturschutzsyndikat Sicona. Zwei Personen verrichteten von nun täglich aktiven Naturschutz, für die damals 8 Mietglieds Gemeinden vom Naturschutzsyndikat Sicona. Klar war bei diesem neuen Naturschutz Weg, ohne ein Mitwirken der Landwirtschaft, ergebe Naturschutz in einer Kulturlandschaft keinen Sinn. Naturschonende Heckenpflege, war ein erstes wichtiges Anliegen vom Naturschutzsyndikat (die oben beschriebenen Vorgehensweise  entwickelte sich so). Die Verjüngung von Hecken war eine reine manuelle Tätigkeit mittels Motorsäge. Der gesamte Heckenschnitt wurde gehäckselt -per Hand, es war dies eine anstrengende aber sehr Zielgerichte und umweltschonende Naturschutzarbeit. Der Wunsch von Landwirte nach Heckenpflege war sehr groß, dieser Art des Heckenschnitts wurde aber in den Augen von so manchem Landwirt zunächst als zu Zaghaft war genommen. Auch bei so manchem Naturfreund, war dieses „auf den Stock setzen“ besonders entlang der Wege, etwas Gewöhnung bedürftig. Die Akzeptanz bei den Landwirten wuchs jedoch schnell, umso mehr es sich erwies dass diese Aktivitäten keine Eintagsfliegen waren, und berechtigte Wünsche von Landwirte berücksichtigt wurden. Die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ermöglichte weitere Naturschutzaufgaben und Renaturierungen. In den folgenden Jahren konnten viele Kilo Meter neue Hecken, tausende von Obstbäume angepflanzt werden. Direkte Artenschutz Maßnahmen, neue Feuchtgebiete sowie viele weitere Wegweisende Naturschutzprojekte entstanden. Neben Pflege und Renaturierung arbeiten gehörte die Aus Handlung von Bewirtschaftung Verträgen wie Ankauf von Naturschutzflächen zum meinem täglichen Arbeitsleben dazu. Mit dem auch nun stetigen anwachsen der Mitgliederzahl des Naturschutzsyndikat, wuchsen auch die zur Verfügung stehende Geldmittel wie der Fuhrpark, doch die Qualität der Naturschutzarbeiten wiesen immer größere Qualitative Mängeln auf. Die Beanstandungen von mir an dieser Entwicklung, führte 2007 für mich zu einem unfreiwilligen Ausscheiden aus dem Dienst für den Naturschutzsyndikat Sicona    .Ausführlicheres zum Entstehen und Entwicklung von Sicona finden Sie dieser Webseite.

Mein abruptes Ende für den praktischen aktiven Naturschutz bedeutet aber nie ein Ende meiner persönlichen Einstellungen gegen über einer Natürlichen Vielfalt. Die Natur ist ein Teil von mir, und ich bin ein Teil Natur. Diese einfache Erkenntnis, wie die Einsicht, meine Erfahrungen bedeutet auch Verantwortung, und dies führte mich zu dieser Dokumentation, bei der nicht meine Person, sondern ein Anliegen im Vordergrund stehen sollte.

Wir sind alle ein Teil der Natur, Respekt und deren Schutz sollte etwas Selbstverständliches sein, wäre dies so bräuchte es dieses Schreiben nicht.

Weber Jeannot

 

 

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