Die Anfangsjahren eines neuen Gemeindesyndikat

Die Anfangsjahren eines neuen Gemeindesyndikat

1990**

Arbeitsbeginn beim Naturschutzsyndikat Sicona.
Am  Januar 1990  trafen sich bei der Gemeinde in Bartringen  drei Menschen, voller Energie, Engagement und Willen.
Es waren dies Pol Wagner den zweiten eingestellten Arbeiter bei Sicona, Fernand Schoos und ich.
Fernand und Pol kannten sich von Vogelberingungsaktionen die sie vor Jahren gemeinsam durchgeführt hatten.
Die Post blieb  weiterhin der Arbeitsgeber von Fernand, da dieser meinte -seine Arbeitskondition (er habe einen sehr ruhigen Posten) und besonders das Gehalt  sei nicht schlecht. Fernand sagte aber dass er bereit sei Stundenweise bei der Organisation von Sicona mitzuhelfen. Wir, das neue Team besaßen zwar einen großen Tatendrang, standen aber vorerst bei null. So besprachen wir zuerst unsere Vorgehensweise und stellten eine Liste auf mit den dringest benötigten Arbeitsgeräten. Wir verfügten weder über eine Unterkunft oder Werkstadt, noch verfügten wir über motorisierte  Transportmittel außer unseren eignen Autos. Januar ist ideale Heckenschneidzeit, und so besorgten wir uns zuerst Motorsägen und Sicherheitskleidungen. Bei Bridel -Leudlange –Clemency und Mamer fanden Tage später unsere ersten Heckenschneidaktionen statt.

Die ersten Arbeitsgeräte.
Den ersten Schlepper borgten wir uns bei einem  Bekannten, einem Biolandwirt aus Petingen aus.
Bei der Regional Westen verfügten wir ja über einen alten kleinen Traktor. Auf diesem kleiner Schlepper bin ich  einige Male gefahren.  Pol hatte keinerlei Erfahrungen mit Schleppern, und so war ich „qualifiziert“, den doch vergleichsweise großen und modernen Traktor von Petingen abzuholen. Mit viel Bammel aber ohne größere Probleme wurde dieses wie viel anderes neues was wir von nun an fast jeden Tag erlebten gemeistert. Auf den ersten eignen Traktor der Sicona anfangs  Mai 90 erhielt, folgte eine Heckenschneidmaschine im Herbst.
Immer mehr Arbeitsgeräte und Maschinen standen uns nun zur Verfügung, die wir provisorisch in einer kleinen Garage (hier passte kein Traktor rein, der musste draußen bleiben) in Bartringen unterbrachten.

Die ersten größeren Heckenschneidarbeiten vom Naturschutzsyndikat Sicona. 
Mit  dem neuen Schlepper mit Heckenschneidanbaugerät wurden schon in den ersten Jahren allein entlang von Wegen fast 100 Kilometer Hecken pro Jahr geschnitten. Daneben wurden viele Hecken in  Wiesen und Äcker geschnitten. Aus Umwelt und Naturschutzgründen gab sich Sicona  für das Heckenschneiden  verschieden Kriterien. Ein seitliches schneiden der Hecken sollte verhindern,dass diese in den Weg oder Parzelle hineinwachsen. Daneben gab es die wichtigen Naturverjüngungsschnitte. Dazu gehörte, dass eine Hecke auf den Stock oder in einer gewissen Höhe (meist Zaun) geschnitten wurden. Um diese wichtige, und bei alten Naturhecken erforderliche Pflege Maßnahmen so Natur schonend wie möglich durchzuführen, wurden diese Eingriffe über mehrer Jahre verteilt, dass heißt immer nur Abschnittsweise (maxi 1 Drittel der Hecke) durchgeführt. Hinzu kam dass diese Arbeiten in der Grünzone nur in den Monaten von Oktober, bis einschließlich Februar durchgeführt werden durften. Diese Arbeitsweise fand nicht überall Gefallen. Für die Landwirtschaft waren diese nur Abschnittsweise durchgeführten Arbeiten an den Hecken zu aufwändig. Viel Geduld und Aufklärungsarbeit war von Pol und mir erfordert, um Verständnis für diese Art einer Heckenpflege bei den Landwirten zu erlangen. Auch bei vielen Naturfreunden galt dieses Zurückschneiden von Hecken als
ein Frevel, auch hier waren viele Aufklärungsgespräche zu unseren Arbeiten, besonders entlang von Wegen notwendig. An Arbeitsaufträge mangelte es  nicht, so dass wir zwei Arbeiter schnell
überfordert waren und eine Verstärkung unumgänglich  war. Mit der Motorensäge Dornenhecken wie Schlehe und dergleichen schneiden,
ist alles andere wie eine leichte Arbeit.

Eine Knochenarbeit.
Aus ökologischen Gründen wurde dass gesamte Schneidmaterial bei Sicona gehäckselt. Das erforderte einen enormen Arbeitsaufwand, bei unserem damaligen Häcksler, der nur per Hand bedient  werden konnte.
Das war eine enorm anstrengende Arbeit, alles musste von Hand zum und in den Häcksler geschleift werden.

Bei diesem ziehen und zerren an langen und dicken Hecken, besonders an den Dornenhecken wurden die Händen sehr in Mitleidenschaft gezogen. Auch die besten Handschuhe verhinderten schmerzhaften Begegnungen mit diesen Dornen nicht, und manche „Operation“ musste am Abend zu Hause oder auch sogar beim Arzt verrichtet werden.

Diese Knochenarbeiten durchgeführt bei allen Wetterlagen in oft schwierigem Gelände, hauptsächlich im Winter, fanden nicht immer den Gefallen von allen Gemeindearbeitern die uns manchmal zur Verstärkung zur Verfügung gestellt worden sind.
Es gab einmal eine Szene in einer größeren Gemeinde wo ein Arbeiter den Vorarbeiter sogar anschrie und sagte. . „ Wenn ich heute in diesem Schmutz diese Sauarbeit verrichten muss, dann hole ich mir lieber einen Krankenschein“.

Eine  Hilfe die richtig zupacken konnte.*


Um den Arbeitsumfang in den Griff zu bekommen fragten wir in Landwirtschaftlichen Kreisen nach Hilfe. So tauchte einmal  ein Landwirt bei unserer Arbeit auf der sich vorstellte als: -Marcel Rettel aus Filsdorf.
Schnell stellte sich heraus, dieser Marcel fürchtet keine Arbeit. Niemals vorher und auch später ist mir ein Mensch begegnet der eine so positive Einstellung zur Arbeit und Natur besaß. Trotz  eines schweren Arbeitsunfall mit der Motorsäge im Wald, wie Marcel uns erzählte, wo er um ein Har ein Bein vielleicht auch sein Leben verloren hätte, besaß  Marcel eine enorme positive Lebenseinstellung.  Marcel erwies sich als ein ruhiger und zurückhaltender Mensch, doch sein Arbeitswille und Freude an der Arbeit war ansteckend. Er führt noch ein Betrieb in Filsdorf, und kam so 2 bis 4 Stunden pro Tag (manchmal sogar auch am Wochenende)  bei uns arbeiten. In der Welt von Marcel war die Arbeit ein Hauptbestandteil,  Ehrlichkeit und Freundlichkeit waren eine Selbstverständlichkeit.Neben dieser Verstärkung durch Marcel, wurde für die Wintermonate auch noch eine Mannschaft von Colabor engagiert. Auch diese verstanden es mit anzupacken, und unsere Arbeit ging etwas besser voran.


Die ersten Naturschutzprojekten von Sicona.

Die erste Mäharbeiten wurden wie hier in der Gemeinde Mamer in "Welwelslaach",mit sehr bescheidene Mitteln bewältigt.   

Auf dem Bridel wurde eine Umzäunung  zum Schutze eines Baches errichtet

 

 

 

 

 

 

 

Ein grosser Bagger wurde



gemietet um in der Gemeinde Mamer und Mondercange verschiedene Feuchtgebiete instant zu setzen.


Akzeptanz für das neue Naturschutzsyndikat Sicona.
Die ersten Jahre von Sicona waren keine einfachen Zeiten.
Viel Improvisation, Arbeitswillen und Geduld waren bei den ersten Schritten von Sicona erfordert um überhaupt zu praktischen Naturschutzprojekten zu gelangen. Die Akzeptanz bei der Landwirtschaft, wie bei den Gemeindeverwaltungen musste zuerst einmal, für dieses neue Naturschutzinstrument gewonnen werden. Doch, durch eine effiziente, unkomplizierte und wirkungsvolle Arbeitsweise, machte sich das
Naturschutzsyndikat Sicona schnell einen guten Namen. In den ersten Jahren verblieb die meisten organisatorischen wie
praktischen Arbeiten bei Pol und mir.




Fernand Schoos, Geschäftsführer, Chef und Freund.
Fernand Schoos war in den  ersten Jahren  bei Sicona nicht angestellt, die Post war sein eigentlicher Arbeitsgeber. Fernand leitete, nebenbei  in diesen ersten zwei Jahren die Arbeiten bei Sicona. Fernand Schoos brauchte nie den „Chef zu spielen “.Mein Respekt  (ich glaubte auch von Pol W.) vor seinen Naturkenntnissen war enorm, und wir hatten vollstes Vertrauen in ihn. Immer an seiner Seite, Claudine Junck die zu der Zeit ein Biologie Studium abschloss,und Sicona  mit ihren fachlichen Ratschlägen eine große Hilfe war. Ich schätzte und bewunderte Fernand besonders auch wegen seiner großen Überzeugungskraft. Fernand Schoos verstand es meisterhaft Menschen zu beeinflussen. Übermotiviert wie ich war hatte Fernand Schoos auch ein leichtes Spiel.  Es gelang ihm leicht mir eine Motivation zu geben, auch unbekannte oder schwierigsten Arbeiten mit ungewissen Ausgang, mit einer Freude und Begeisterung anzugehen. Ich sah in Fernand Schoos, nie nur den Chef, ich sah in ihm einen Freund mit dem ich gerne auch privat viele Stunden verbrachte. So war es auch für mich und meine Frau Liane  eine große Freude und Ehre gewesen, bei der Hochzeit von Claudine und Fernand als Trauzeuge dabei zu sein.

Dass dieser Fernand Schoos der durch seinen grenzenlosen Einsatz auch mit Hilfe, von vielem Mithelfer dieses  Projekt Sicona für einen besseren und aktiven Naturschutz in Luxemburg auf die  Beine stellen konnte, war für mich schon eine Freude.
Als er es auch noch ermöglichte, dass ich als Arbeiter beim Sicona an diesem Projekt aktiv teilhaben konnte,damit war ich ihm zu unendlichen Dank verpflichtet. Ich hatte eine Einstellung verinnerlicht, für dieses Naturschutzsyndikat Sicona, an deren Verwirklichung und Hoffnungen viele meiner Freunde mitgeholfen hatten, und nun den konkreten Naturschutz Projekten erwartungsvoll entgegen
sahen, alles zu geben. Fernand Schoos: ob „ehrenamtlich “ oder etwas später als angestellter Geschäftsführer bei Sicona war immer der unbestreitbare Chef. Alle Details, ob Projekte oder Maschinenbeschaffung, immer wurden aber alles mit uns Arbeiter durchdiskutiert.


Versammlung zur später Stund in Koerich.
In den ersten Jahren wurden die meisten Richtungsweisende und neue Entscheidungen oder Vorschlägen, in vielen privaten Vorgesprächen zu Hause bei mir in Koerich oder bei Fernand und Claudine in Buschdorf durchdiskutiert. Theoretische Vorschläge oder Vorstellungen zu Naturschutzprojekten von Fern oder Claudine, wurden dabei mit mir auf eine praktische Durchführbarkeit besprochen.
Dasselbe galt bei der Beschaffung von neuen Arbeitsgeräten wo meine technische Kenntnis eine große Hilfe war. Bedingt durch meine grenzenlose Bereitschaft und durch die Überzeugungskraft eines Fernand Schoos,
war ich immer schnell von neuen Ideen und Projekten überzeugt und kaum zu bremsen.

Pol Wagner.
Durch die vielen „privaten Planungsgespräche “ war ich schon im Vorteil gegenüber Pol Wagner.
Ich war ausgestattet mit einem gewissen Wissensvorsprung und konnte auch so eine aktivere Rolle in praktischen Ausführungen der Projekte ausüben.
„Entschädigt “ wurde ich durch einen erheblichen mehr Aufwand an organisatorischen Arbeiten und Verantwortung.
So fiel mir die „Buchführung “ der geleisteten Arbeitsstunden zu, sowie deren Kontrolle mit den Kostenvoranschlägen die ich in den ersten Jahren auch fast alle erstellte.
Pol W. habe ich immer als ruhigen freundlichen und zuverlässigenKollegen geschätzt.
Eine Bereicherung und Hilfe bei unserer Arbeit bei Sicona waren besonders seine Kenntnisse beim Artenschutz, insbesondere Vögel.

Nicki Bettendorf der erste Präsident bei Sicona.*
Der erste Präsident vom Sicona war der damalige Bürgermeister der Gemeinde Bartringen Niki Bettendorf.
Niki Bettendorf begegnete uns als Arbeiter immer mit freundlichen und anerkennenden Worten.
Als ich in den ersten Jahren einmal im „ Chamberbliedchen “ eine Rede von ihm lass (er war als Deputierter für die Demokratische Partei im Parlament), und er lobenswert von der geleisteten Arbeit beim Sicona sprach, empfand ich dies wie einen Ritterschlag.
Seine Botschaft  war mir klar: -Sicona ist nur dass was ihr erarbeitet, wir die Verantwortlichen aus den Gemeinden haben Vertrauen zu euch.
Seine Aussage: „ Wir,- Sicona können nur das Geld ausgeben, dass wir erwirtschaften.
Geht also sorgsam mit den vorhandenen Geldmitteln um “, war für mich immer oberstes Gebot.
Er der selber kein großer Naturschutzexperte war ließ „uns “ immer an der „großen Leine “, bei Problemen war er aber zur Stelle.
Als die Gemeindverantwortlichen von Clemency verärgert über eine Vernachlässigung des Geschäftsführers (dieser ließ Arbeiten in der Gemeinde durchführen ohne eine schriftliche Genehmigung der Gemeindeführung erhallten zu haben) waren, organisierte der Präsident eine Zusammenkunft mit dem
Schöffenrat.
 ** Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 1994 vom Sicona Leider ist die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Gemeinde
**Küntzig **durch einige Fehler unsererseits  zurzeit etwas getrübt.  Hier bleibt zu hoffen, dass die ehemals sehr positive Kooperation baldmöglichst wieder hergestellt werden kann.  
Auf eine freundliche Art räumte Herr Bettendorf bei diesem Treffen mit der Gemeindeführung, diese Unstimmigkeiten mit der Gemeinde Clemency vom Tisch.


Von 1993-94
Sicona wird größer der Arbeitsaufwand auch.
1993  die Gemeinden Bettemburg und Kehlen treten dem Sicona bei. 1994 wurden zwei weitere qualifizierte Arbeiter bei Sicona eingestellt.  Von da an hieß es vom Geschäftsführer Fernand Schoos:
„das Büro habe beschlossen die zwei ersten Arbeiter bei Sicona als Vorarbeitern zu ernennen.  -*Pol Wagner* ist von da an für die Gemeinden  Bertrange -Leudelange -Pétange - Bascharage -Mondercange und Bettemburg zuständig. *-Weber Jeannot* für die Gemeinden Mamer -Strassen -Kehlen -Kopstal -Dippach und Clemency Von dieser Zeit an funktionierte der Sicona mit zwei Vorarbeitern und zwei Arbeitern die abwechselnd mit den beiden Vorarbeitern arbeiteten. Die Unterstützung von den zwei neuen Kollegen war für Pol und mich eine enorme Hilfe. Doch Arbeitsumfang und  Arbeitsbelastung stieg beim Naturschutzsyndikat weiterhin stetig

Arbeitsbelastung der Vorarbeiter.
So war  der Arbeitsdruck besonders für die Verantwortlichen Vorarbeiter, Pol Wagner und mich gewaltig. Neben den vielen praktischen Arbeiten, wurden von uns Vorarbeitern fast sämtliche neue Projekte initiiert, Planungsarbeiten wie  Kostenvoranschlägen erstellt. Die Arbeit als Vorarbeiter war zu der Zeit sehr schwierig. Einerseits galt es die immer mehr aufkommende Arbeit mit einer großen fachlichen Qualität zu verrichten, und dabei durften  die Kosten nicht zu hoch sein.


*
Kostenvoranschläge bei Sicona.*
Vorgaben oder Richtlinien zum erstellen dieser Kostenvoranschläge gab es für die verschiedenen Arbeiten nicht. Welche Kosten und wie viele Arbeitsstunden bei einem Projekt benötigt wurden, bestimmten die Vorarbeiter und die vorhandenen Geldmittel der jeweiligen Gemeinden. So gab immer öfters sichtbar großen Unterschiede bei Rechnungen für ähnliche Arbeiten bei Sicona in den verschiedenen Gemeinden. Mein Anliegen war es immer, mit möglichst wenigen  Kosten größtmögliches zu erarbeiten und dies mit hohen naturschützerischen Qualitäten. Dieses effiziente Arbeiten war mir umso wichtiger da ich zuständig  war für viele Gemeinden mit kleinen Geldmitteln,  aber mit vielen interessanten Naturschutzprojekten. Pol W. war immer bemüht eine gute Arbeit abzuliefern, zum Leidwesen des Geschäftsführers überzog er aber das eine oder andere Mal die Kostenvoranschläge.

1996*
*Aus dem Tätigkeitsbericht von Sicona im Jahr 1996.*

Sicona-intern ist besonders die Aufnahme der Gemeinde Garnich als 13. Mitgliedsgemeinde zu erwähnen. Die Verbesserung des Maschinenparks, insbesondere die Anschaffung des Großhäckslers hatKapazitäten für neue Gemeinden geschaffen. Des Weiteren erlaubt dies eine Kostenreduzierung beim Heckenschnitt. Man kann derzeit davon ausgehen, dass die technische Ausstattung in Bezug auf die Heckenpflege fast optimal ist. Unübersehbare Defizite gibt es jedoch noch im Bereich der Maschinen zur pflege von Feucht- und Trockenwiesen besonders was die Aufnahme des Mähgutes betrifft. In Bezug auf die personelle Ausstattung des Pflegetrupps war die Situation 1996 ungünstig. Zwei Mitarbeiter haben den SICONA verlassen, so dass es einerseits zu Engpässen bis zur erneuten Besetzung der Posten kam, andererseits wieder neue Mitarbeiter angeleitet werden müssen. Dies führt unweigerlich dazu dass die beiden Verantwortlichen des Pflegetrupps noch stärker als bisherbelastet werden. Im Rahmen der weiteren Entwicklung des SICONA sollte darüber nachgedacht werden, wie die beiden **Verantwortlichen **entlastet werden können, da die hohe organisatorische Verantwortung und die gleichzeitige praktische Durchführung der Arbeit besonders in den Wintermonaten auf Dauer unzumutbar ist.

Fernand Schoos zeigte sich verärgert über Pol Wagner.*
Bei privaten Treffen mit Fernand Schoos und Claudine Junck  zeigte diese öfters Ihren Missmut über Arbeiten von meinem Arbeitskollegen Pol Wagner. Besonders die Arbeiten in der Gemeinde Bertrange in der seit Jahren die meisten und wichtigsten Projekten von Sicona ausgeführt wurden, bemängelte Fernand Schoos sind von Pol Wagner extrem verteuert worden und oft mit fachlichen Fehler behaftet. Er drängelte mich immer wieder diese Arbeiten in der Gemeinde Bertrange zu übernehmen. Pol Wagner würde auf seine Weise seine Arbeit sehr gut verrichten, und die Arbeit in „meinen“ Gemeinden  würde mir reichen, wickelte ich ihn öfters ab. Als sich dem Syndikat weitere Gemeinden als Mitglieder anschlossen, und eine interne Umorganisation unumgänglich wurde, versuchte Fernand Schoos erneut die Gelegenheit auszunutzen. Fernand Schoos versuchte erneut die Gemeinde Bertrange aus dem Zuständigkeitsbereich von Pol Wagner loszueisen. Ich machte  Fernand aber deutlich dass Pol Wagner die Arbeit in der Gemeinde Bertrange bisher immer ordentlich verrichte habe, zum technischen Service ein gutes Verhältnis pflegte, und dass er keine Unterstützung von mir bei diesem Vorhaben bekommt. Allerdings  sagte ich dem Geschäftsführer, dass es ratsam sei bei den Kostenvoranschlägen eine einheitliche Linie zu verfolgen, und dazu sollten die Erfahrungen und Überlegungen der beiden Vorarbeiter eine Grundlage bilden. Da die Arbeiter abwechselnd bei den beiden Vorarbeitern arbeiteten, kames wegen der unterschiedlichen Arbeitsweise öfters zu Spannungen. Dieses wurde begünstigt durch die deutlich unterschiedlichen Kostenvoranschläge. Fernand bat mich nachvollziehbare Planung und Kostenaufstellungen zuerstellen,  was ich auch tat. Die Gemeinde Bascharage, Garnich, Petange (bis dato Pol) sowie Reckange-Mess  fielen in Folge in meinen Zuständigkeitsbereich. Pol Wagner behielt die Gemeinde Bertrange und bekam die neuen Mietglieder des Naturschutzsyndikats wie Dudelangen, Sanem, Kayl und Rümlange zu seinem  Zuständigkeitsbereich dazu.


1997*
*Unaufhaltsam.*
In meinem Tatendrang war ich kaum zu bremsen, und dass änderte auch ein Meniskusschaden am rechten Knie den ich mir bei Heckenschneidarbeiten am 24.01.1997 zuzog nicht. Auch dieser hinderliche Meniskusschaden (der dringend eine Operation erforderte), hielt mich voerst nicht von einer Weiterarbeit ab. Es galt nämlich zu der Zeit ein neues großes Projekt anzugehen,  und mir war eine neue Aufgabe von Fern und Claudine angetragen worden war. Dieses neue Projekt hieß: „Erhaltung und Wiederherstellung gefährdeter Grünlandgesellschaften in Luxemburg “ An diesem Projekt arbeitet Sicona schon seit Jahren, nun sollte es landesweit ausgeführt werden.

*Im Tätigkeitsbericht 1996 von Sicona heisst es zu diesem Projekt:*

*"Erhaltung gefährdeter Grünlandgesellschaften*

Das Pilotprojekt „Erhaltung gefährdeter Grünlandgesellschaften und ihrer Biozönosen" das der SICONA in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium durchgeführt hat,  läuft 1996 aus. Es sei hiernoch einmal kurz an die Entwicklung des Projektes erinnert. 1993 wurden die 6 ersten Bewirtschaftungsverträge für eine Fläche von 19 ha abgeschlossen. 1994 wurde das Projekt offiziell als Pilotprojekt vom Umweltministerium anerkannt und gefördert. In diesem Jahr erreichte die extensivierte Fläche 60 ha mit 20 beteiligten Landwirten, 1995 bereits über 110 ha mit 42 beteiligten Betrieben. 1996 wurde das Projekt mit der Hilfe des SICONA erstmals landesweit durchgeführt und erreichte über 330 ha mit 89 Landwirten. Im SICONA-Bereich wurden 1996 ca. 200 ha nach strengen Naturschutzkriterien bewirtschaftet.

Zusätzlich zu den Extensivierungsverträgen hat der SICONA-Pflegetrupp auch 1996 eine ganze Reihe von  Feucht- Naß- und Magenwiesen in den Gemeinden Bartringen, Bettemburg,Dippach, Leudelingen, Mamer  und Monnerich gemäht und die Streu entfernt. 1996 wurde die ehemalige Feuchtfläche in Bartringen / Zöiwelt erstmals wieder genutzt. Hier erfolgte eine extensive Beweidung mit Pferden. Auf dieser Fläche sind noch einige kleinere Maßnahmen zur Verbesserung der hydrologischen Verhältnisse notwendig: im Winter 1996/97 müssen einige Entwässerungsgräben geschlossen werden um die Fläche für Feuchtwiesenarten attraktiver zu gestalten.

Aus der Sicht des Feuchtwiesenschutzes ist der Ankauf eines 3 ha großen Feuchtgebietes in der Gemeinde Dippach am Ort„Laangwiss" besonders erfreulich. Damit findet eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Bemühungen zum Feuchtwiesenschutz auf dem Territorium der Gemeinde Bartringen im Tal der Houbaach statt. Es handelt sich damit um das erste Gemeinde übergreifenden Naturschutzprojekt seit Bestehen des SICONA. Dieser Ankauf wurde im Rahmen des obengenannten Pilotprojektes vom Umweltministerium unterstütz*"

*Sicona war von der Forstverwaltung beauftragt worden in bestimmten Regionen vom Lande die Naturschützerisch wertvollen Wiesen und Weiden zu kartieren und mit den Landwirten Extensivierung Verträge auszuhandeln. Meine Mission war nun, da ich schon in anderen Regionen, wie im Alzette Tal mit Erfolg solche Verträge abgeschlossen hatte, auch dieses jetzt  so schnell wie möglich (ehe die Landwirte mit arbeiten in diesen Wiesen anfangen) auch im Naturpark Obersauer zu tun. Mit missionarischem Eifer ging ich an diese neue interessante Aufgabe heran. Auch dass dieses Projekt sich vor allen in den Tälern abspielte, schreckte  mich mit meinem Meniskusschaden nicht ab. Ich humpelt bergab berauf auf mit großem Erfolg durch diese landschaftlich anstrengend aber schöne Region. Erst nach Abschluss von diesem Projekt habe ich mir ein Termin im Krankenhaus geben lassen, wo dann die überfällige Operation Mitte Mai statt gefunden hat.

*1998*

*Endlich eine eigene Maschinenhalle *
1998 gelang durch den Ankauf eines Gebäudes in Olm zur Unterbringung und Wartung der Maschinen und Fuhrpark von Sicona, eine wesentliche Arbeitsverbesserung.

Es folgt :   Sicona von 1998 bis 2005

 

 

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