Sicona von 1998 bis 2005

Sicona von 1998 bis 2005.

Von einer erfolgreichen Praxis zur Theorie.

Die praktischen Arbeiten bei Sicona entwickelten sich trotzt verschiedenen Schwierigkeiten sehr gut . Die Gemeindeverantwortlichen erhöhten Mitte der 90 Jahren,progressiv die Geldmittel für das Naturschutzsyndikat, und so konnte Sicona in vielen Naturschutzbereichen aktiv vorgehen.Pol und ich wurden neben den praktischen Arbeiten immer mehr mit anderen Projekten betraut. Für ein Live Projekt  standen für Sicona, so um 1998 erhebliche Geldmittel, unter anderem auch von der Europäischen Kommission zur Verfügung.

Im SICONA- Tätigkeitsbericht von 1998 heißt es:                                              

„Das LIFE -Projekt zur Erhaltung von 4 europaweit gefährdeten Amphibienarten.
Das LIFE -Projekt soll die langfristige Sicherung der Lebensräume von Kammolch, Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Laubfrosch durch Ankauf oder andere
Instrumente  des Bodenrechts ermöglichen. Zusätzlich gehören Sensibilisierungsaktionen für die Gemeinden und Bürger zum Projekt.Insgesamt umfasst das LIFE­ Projekt ein Finanzvolumen von 10,4 Mio. Luf, wobei der EU-Anteil 50 % beträgt.Das luxemburgische Umweltministerium und der SICONA übernehmen je 25% der Projektkosten. Die aktuelle Verbreitung der 4 europaweit gefährdeten Amphibienarten wurde in den beiden letzten Jahren im Rahmen eines Atlasprojektes der Luxemburger Amphibienfauna von Mitarbeitern des Naturhistorischen Museums untersucht. Nach dem aktuellen Kenntnisstand kommt nur und zwar in den Gemeinden Küntzig, Dippach und Garnich, der Kammolch vor. Die ehemaligen Vorkommen in der Gemeinde Bartringen konnten bisher nicht wiederbestätigt werden. Weitere Kammolchvorkommen im Randbereich des SICONA befinden sich in Differdingen und Roeser.Somit sind auch besondere Schutzmaßnahmen in der Gemeinde  Petingen und im oberen Alzettetal (Monnerich und Bettemburg) sinnvoll, da der Kammolch diese Räume wiederbesiedeln könnte. Die Kartierungsarbeit soll allerdings durch die SCONA-Mitarbeiter fortgesetzt werden, da weitere Vorkommen in anderen Gemeinden nicht auszuschließen sind. Die Kreuzkröte und der Laubfrosch kommen nördlich des SICONA-Bereichs vor. Besonders beim Laubfrosch ist ein Wiederauftreten der Art in den Gemeinden Kehlen und Mamer in einigen Jahren möglich, da ein gezieltes Schutzprogramm in den Kantonen Redingen und Mersch durchgeführt wird zur Wiederausbreitung des Laubfroschs. "

Durch  Ankäufe von potenziellen Lebensräumen dieser bedrohten Arten versuchten Pol W. und ich dieses Life Projekt zu verwirklichen.

So gelang es mir für viele wertvolle Gebiete durch einen Ankauf einen Schutz, (wie hier diese Orchideenwiese bei Mamer) durch die jeweiligen Gemeinde zu erwirken.

So heißt es weiter im Tätigkeitsbericht 1998 von Sicona:

"1998 wurde der Ankauf von potentiellen Amphibienlebensräumen erfolgreich fortgesetzt. Insgesamt wurden Kaufversprechen resp. notarielle Urkunden für eine Gesamtfläche von 463,36 a unterzeichnet. Die Gesamtfläche, die im Rahmen des LIFE-Projektes bisher angekauft werden konnte, erreicht damit 645, 66 a. Im Berichtsjahr wurden in folgenden Gemeinden Flächenankäufe getätigt: Dippach 37,2 a, Mamer 53,7 a,Küntzig 372,46

 Diese Flächen in der Gemeinde Dippach, Mamer,Clemency konnten , durch Verhandlungsarbeiten von mir erworben werden.  

Auch beim Projekt „Erhaltung und Wiederherstellung gefährdeter Grünlandgesellschaftenin Luxemburg“ war viel Zeit und Arbeit von Pol und mir gefordert.
Aus dem Tätigkeitsbericht von Sicona 1998:

„Feucht- und Magerwiesenschutz:
1998 hat die Vertragsfläche für naturschutzgerechte Landnutzung landesweit über 700 ha erreicht, davon knapp1/3 in den SICONA -Gemeinden.
Damit sind im SICONA Bereich über 50% der noch vorhandenen Feucht- und Magenwiesen durch Verträge mit den Landwirten gesichert. Zusätzlich zu diesen Flächen werden etwa 20 ha Nass und Magenwiesen vom SICONA - Pflegetrupp gemäht, wobei es sich hier in der Regel um besonders sensible oder schwer zu bewirtschaftende Flächen handelt.“Für die Mäharbeiten der wertvollen Wiesen wurde bei Sicona 1995 dieser Spezialschlepper angeschafft.

Die Verhandlungsarbeiten für den Schutz der Feucht und Magerwiesen wurden in diesen Jahren landesweit, wie in den Sicona Gemeinden hauptsächlich von Pol und mir geleistet.
So wurden diese wichtigen Aktivitäten neben den eigentlich praktischenTätigkeiten von Sicona immer umfangreicher.Auch die eigentlichen praktischen Arbeiten waren bei Sicona in diesen Jahren enorm.

Aus dem Tätigkeitsbericht von Sicona 1998:

„1998 wurden insgesamt über 14000 Gehölze vom SICONA-Pflegetrupp angepflanzt. Im Detail handelt es sich  hierbei um 13720 Heckenpflanzen, 123 Bäume, 139 Obstbäume und über 50 Kopfweiden.Im Rahmen dieser  Neuanpflanzung wurden auch mehrere Kilometer Schutzzäune erstellt.

Alle Neuanpflanzungen wurden ebenfalls fachbetreut (Mullchen, Mähen von Gräsern, Gießen von Bäumen) um einen optimalen Anwachserfolg zu erzielen.“

Diese sehr vielschichtigen Arbeiten beim Naturschutzsyndikat wurden durch immer weitere Ansprüche gesteigert, so weiter im Tätigkeitsbericht von Sicona 1998:„Neben einer flächendeckenden Kartierung, weiterer noch vorhandener Feucht- und Magenwiesen in den SICONA- Gemeinden zwecks Integration in den Vertragsnaturschutz, muss auch die agronomische Betreuung der betroffenen Landwirte deutlich verbessert werden. Es ist auch aus Naturschutzsicht wünschenswert, dass wir über verlässliche Daten über Futtermengen und Qualität von Vertragsflächen verfügen, um dem Projekt auch eine langfristige Perspektive zu bieten.“


Die Gründung einer Biologischen Station


 

Auch im Tätigkeitsbericht von 1998:

"Für den Sicona von besonderer Bedeutung ist die Schaffung der Biologische Station Westen asbl bei der seit August 1998  je eine Halbtagsstelle mit einem Agraringenieur und einer Diplombiologin besetzt sind. Die Biologische Station verfügt über eine Konvention mit dem Umweltministerium, die die Finanzierung sichert:“

Geschäftsführerin der Biologischen Stadion wird Claudine Junck, die deshalb ihr Naturschutzbüro Lanius auflöst. Ich werde Mitglied bei dieser Neugegründeten a.s.b.l.


Ein neuer Präsident, ein neuer Mitarbeiter.
Roby Biwer Schöffe der Gemeinde Bettemburg, wird neuer Präsident beim Sicona. Bei einem Obstschneidkursus den ich im Frühjahr 1999 in Eischen abhielt, begegnete ich Fernand Hoss, ein Student der vor Jahren Ferienarbeiten bei Sicona verrichtete.Ich fragte ihn ob er eine feste Arbeitsstelle habe, denn bei Sicona sei eine frei geworden und wenn er Interesse habe könne er sich ja beim Geschäftsführer in Olm melden. Im Herbst 99 trat Fernand  Hoss seine neue Arbeitsstelle bei Sicona an.

Facharbeit ohne Fachkräfte.

Ab Januar 2000 verfügt die Biologische Station Westen, schon über 3 wissenschaftliche Mitarbeiter mit Halbtagsstellen und eine Verwaltungsangestellte mit 8 Std/Woche.

Sicona verfügte zu der Zeit  nur 4 festangestellte Mitarbeiter. Um mit dem kleinen Arbeiter

Potenzial den großen und wachsenden Arbeitsvolumen zu bewältigen waren viele„freiwillige“ Überstunden an der Tagesordnung. 200 Überstunden pro Arbeiter im Jahr wurden so bei Sicona die Regel. Der Geschäftsführer teilte sogar Schichten bei verschiedenen Arbeiten ein, und sorgte bei Termindruck für Samstagarbeiten. Viele Facharbeiten konnten nur mit der Beschäftigungshilfe von Pro Aktiv bewerkstelligt werden.

Des Weiteren wurden Arbeitslose und Studenten angeheuert oder es wurde gerne die Hilfe von Auszubildenden in Anspruch genommen. Die Verantwortung wie Arbeitsbelastung besonders der Vorarbeiter war bei Sicona zu dieser Zeit sehr hoch.

2003,ein Zusammenschluss, und finanzielle Löcher bei Sicona?
Wegen Probleme bei der Finanzierung wird die Biologische Stadion mit den 5 wissenschaftlichen Mitarbeitern  und der Verwaltungsangestellte mit dem Sicona zusammengeschlossen. Schon seit Jahren  spricht Geschäftsführer Fernand Schoos bei der Erstellung der Kostenaufstellungen von Sicona im Herbst, immer wieder von Auftauchen von großen Defiziten (von Löcher bis „ 2 Millionen Lux Franken) Dann verlangt er von den Vorarbeitern, die angefangenen Projekte abzuschließen. Sollte dies nicht sofort möglich sein, sollten die Stunden die für die noch zu verrichtenden Arbeiten benötigt werden schon in Rechnung gestellt werden. Bei Projekte die erst angefangen wurden, sollten die„Arbeitsbelegen“ abgeben werden um Teilrechnungen zu erstellen. So wurden immer öfters Rechnungen im Voraus erstellt, doch durch fehlenden Mitarbeiter oder anderen Umstände konnten diese Arbeiten öfters nicht mehr realisiert werden.

Ein unzufriedener Geschäftsführer.

Immer öfter spricht Fernand S mit ich öfters privat in Kontakt kam, offen über seine Unzufriedenheit. Er gab offen zu, dass er zur Zeit seiner eigentlichen Aufgabe als Geschäftsführer von Sicona nicht nachkommen könnte. Viel Arbeit würde er für den Mouvement Ecologique verrichten.Nur mit präzisen Forderungen und Vorschlägen könnte man die Forstverwaltung unter Druck setzen, mit dem Mouvement ist dies am besten zu erreichen, sagte immer wieder Fernand Schoos. Diese Lobbyarbeit für einen besseren Naturschutz in Luxemburg würde auch dem Sicona zugute kommen meinte er. Er habe aber auch mit dem Roby darüber gesprochen, und sollte keine personellen Verbesserungen bei Sicona stattfinden, diesem sogar seineDemission in Aussicht gestellt. Bei den Wahlen im Herbst 2003 wird Lucien Lux Bürgermeister der Gemeinde Bettemburg neuer Umweltminister, damit wird sein Freund und Präsident von Sicona Roby Biwer Bürgermeister in Bettemburg.

Der Geschäftsführer verkündet eine Idee.

Winter 2003-2004, der Geschäftsführer F. S. verkündet bei einer Arbeitsbesprechung mit den zwei Vorarbeitern (Pol und mir), dass eine Halbtagsstelle beim Sicona geschaffen werde. Diese Arbeitskraft sollte planerische und organisatorische Aufgaben mit übernehmen. Dies meinte Fernand Schoos sei eine große  Erleichterung für seine eigentliche Arbeit als Geschäftsführer. Auch sprach Fernand davon, dass der Büro gedenke einen weiteren Vorarbeiter zu ernennen. Als Grund nannte er, irgendwann gehen die jetzigen Vorarbeiter in Rente,und es sei Ratsam vorher jemanden in die Verantwortung einzuarbeiten. Auch beabsichtige das Büro eine dritte Mannschaft zu formieren. Er der Geschäftsführer sei von dieser Idee nicht überzeugt, und er wolle die Meinung von uns Vorarbeiter wissen. Beide Vorarbeiter Pol und ich fanden dieses Vorhaben eines 3 ten Vorarbeiter bei dem aktuellen Personalbestand von 5 Facharbeiter als wenig hilfreich und sinnvoll. Eine Arbeitskraft die den Vorarbeitern bei Organisatorischen Arbeiten behilflich sein sollte,dies war wirklich eine gute Maßnahme.

Andere vorhandene Probleme wären zu beheben durch:

-Eine wesentliche Aufstockung vom Personal des Pflegetrupps durch Facharbeiten.
-Eine Spezialisierung der verschiedenen Facharbeiter. -Anschaffungen von spezialisierten Maschinen. -Bessere Organisation der Maschinen und des Fuhrparks.

-Intern sich mehr Zeit geben für Organisation  und Planungsarbeit. -Eine bessere und praktischere Vorbereitungsarbeiten durch die Biologische Stadion.

-Mehr und bessere Informationen bei den Projekten.-Eine Arbeitseinteilung  die der jeweiligen Arbeitssituation angepasst ist.

- Eine Normalisierung  von den vielen geleisteten freiwilligen Überstunden der Mitarbeiter.

Auch stellte ich die Frage, ob es nicht an der Zeit sei verschiedene Arbeiten an spezialisierten Firmen oder Landwirte zu vergeben.

Ich sagte, dass wir bei Sicona einen Unterschied machen sollten, zwischen Naturschutzfacharbeiten und reinen Pflegeaufgaben: wie Heckenschneiden entlang von Wegen oder Parzellen, Häckseln oder verschiedene Baggerarbeiten. Diese reinen Pflegearbeiten könnten besser und billiger von privaten Unternehmen oder Landwirte durchgeführt werden. Durch eine Anleitung und Überwachung durch Sicona, könnte so eine optimale  und kostengünstige Naturschutzarbeit verrichtet werden.

Pol Faber, ein neuer Mitarbeiter.

Herbst 2004, Arbeitsbeginn für Pol Faber der neue Mitarbeiter bei Sicona. Pol Faber von Beruf Agronom, war mir kein Unbekannter.Schon als Landwirtschaftsberater für den Ökofonds, wie bei seinem vorherigen Arbeitsgeber Ersa, war es öfters zu einer guten Zusammenarbeit gekommen. Sicherheit und Planungsarbeiten die bisher von den Vorarbeiter oder von Mitarbeiter der Biologische Stadion erledigt wurden, sollten nun in den Arbeitsbereich von Pol Faber fallen.Auch übernimmt Pol Faber Überwachungsarbeiten von Arbeiten die vom Naturschutzsyndikat an externe Unternehmen wie Maschinenring vergeben werden. Schon kurz nach seinem Arbeitsbeginn bemängelte Pol Faber in Gesprächen mit mir einiges bei Sicona. Bei mir fand Pol ein offenes Ohr für diese Beanstandungen, denn ich war froh ausdem Munde von Pol Faber vieles von dem zu hören war mir schon länger am Herzen lag.

So heißt es von Pol Faber:

-Bei Sicona gäbe es keine weit reichende Planung.

-Ein großes Informationsdefizit, hervorgerufen durch fehlende Arbeitsbesprechungen mit den Vorarbeiter, die sehr selten und auch noch jetzt ohne ihn Pol Faber stattfanden.

-Die Arbeiten die er nun verrichte, seien besser von den Vorarbeiten zu erledigen, weil diese mehr Erfahrung und Kenntnisse in praktischen Dingen haben.

-Bei wichtigen und praktischen Problemen könnte er keine wirksame Hilfeleistung bieten.

-So könne keine Qualitätsverbesserung beim Sicona hergestellt werden, war die Meinung von Pol Faber im Winter 2004-05.

In Gespräche mit meiner Frau Liane wiederholte Pol Faber öfters diese Kritiken und deutete sogar an, dass er über einen Arbeitsplatz Wechsel nachdächte.

Bei einem konkreten Angebot dass ihn sehr interessiere seien jedoch die Lohnbedingungen wesentlich schlechter wie bei Sicona, sagte Pol Faber.

Eine sonderbare Entscheidung.

Karfreitag  2005,  gegen 7 Uhr morgens, teilt mir Fernand Schoos telefonisch mit, das der Büro von Sicona am Vorabend, die Schaffung einer 3 Mannschaft unter der Leitung eines weiteren Vorarbeiters beschlossen habe. Ich war schon überrascht und enttäuscht über diese sonderbare Entscheidungund sagte, dass ich durch diese Maßnahme keine wesentliche Verbesserung der Arbeitsweise von Sicona sehe. Ich schlug dem Geschäftsführer Fernand Schoos vor, als Vorarbeiter zu demissionieren. Fernand Schoos wirkte irritiert, und bat mich dies zu überdenken, auch im Interessen meiner Familie. Er habe dieses Vorhaben des Büros nicht verhindern können, sagte er.Fernand Schoos sagte aber er würde dafür sorgen dass die berechtigten Sorgen von mir, und die Vorschläge der Vorarbeiter berücksichtigt werden. Im Herbst sollte auch noch ein weiterer Facharbeiter eingestellt werden versprach er noch.April 2005, unter zwei Kandidaten bestimmte der Büro von Sicona mit einer knappen Mehrheit den Arbeiter Fernand Hoss  zum neuen Vorarbeiter.

 

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