1942 im Tageblatt: Steinfort, der Schlüssel zum Eischtal

Industrie und Ackerbau in Reizendem Rahmen
Das neue Amt Steinfort mit den vier Gemeinden Steinfort, Hobscheid , Körich und Simmern hat teilweise industriellen, größtenteils aber landwirtschaftlichen Charakter, der besonders seit Stilllegung der Steinforter Hütte wieder mehr in den Vordergrund getreten.Landschaftlich gehört die Gegend durch das schöne Eischtal zu dem reizvollsten, historisch zu den bedeutendsten des Landes. Nicht an den Quellen der Eisch bis Künzig, sondern zwischen Steinfort und Mersch zieht dieses Tal sich hin, zwischen steilen Abhängen mit zerklüfteten Felsen und bewaldeten Anhöhen.
Das Amt Steinfort schließt jetzt die Oberhälfte des Tales ein und schaffte dadurch eine glückliche Lösung für die Zusammenfassung des gesamten Tales. Als Amtsgemeinde ist Steinfort so mit der Schlüssel zum Eischtal.
In wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht bietet das Amt alle Voraussetzungen für eine fortschreitende Entwicklung durch gute Zugangs· Straßen und Eisenbahnverbindungen.
  Steinfort gehört auch zu den ältesten Ortschaften im Amtsbereich. Es mag wohl seinen Namen von dem großen Aufkommen von Steinen und Sand haben, verbunden mit der "Steinernen Furt", die sich in der Eisch inmitten der Ortschaft befand und allen Fuhrwerken die Durchfahrt erleichterte. In Urkunden finden wir die Bezeichnung für die Ortschaft 1529 unter dem Namen "Steynenfürt". Viele Funde wie Pfahlbauten, Steinäxte, Pfeile, sogenannte "Silexe", Graburnen, Spangen, Vasen und Teller, zahlreiche Münzen usw., vielfach römischen Ursprungs, lassen darauf schließen, dass die Ortschaft Steinfort schon zur Römerzeit bestand.
Die Gemeinden Hobscheid-Eischen, Simmern und Körich, liefern ebenfalls den Beweis dafür, dass sie mit zu den ältesten und bedeutendsten Ortschaften des Landes zu rechnen sind. Haupt sächlich die Gemeinden Körich und Simmern treten in der Geschichte besonders hervor. Die jetzt noch vorhandenen Burgruinen sind stumme Zeugen für die großzügig gestaltete Bauweise der Adelsgeschlechter aus dem Mittelalter. In der Geschichte finden wir auch die bedeutendsten Namen von deutschen Fürsten, in Körich Gottfried  den I. atls Bertringen an der Mosel; Huart L. von Elter, Hofmarschall; Johann des Blinden in Prag; Johann von Landscheid in der Eifel; dann besonders die Herren von Rollingen, aus der Ortschaft Rollingen, an der deutschen Nied (1580 bis 1739), deren markantestes Mitglied Freiherr Peter Ernst von Rollingen war und sich am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts an allen wichtigen Ereignissen beteiligte, die sich hier im Lande abspielten. In Simmern außer den Herren von Rollingen: ,Die Familie von Kerpen in der Eifel, die Herren von Warsberg in Deutsch Lothringen und die von Criechingen an der Nied." 
 
Zum weiteren finden wir auch noch Überreste einer alten Römerstraße, die von Reims nach Trier über Arel führte, und die noch an einzelnen Stellen erhalten ist. Diesem Umstande ist es zu verdanken, dass der Verkehr auch seit dieser Zeit sehr rege war. Erwähnt wird weiter im Jahre 1692 die erste Poststation mit Pferdewechsel in Steinfort für den Postkutschenverkehr Antwerpen­ Trier.

In neuerer Zeit, nach Stilllegung der Eisenhütte, wandte sich Steinfort, in größerem Maße dem Fremdenverkehr zu, und gründete im Jahre 1933 die erste Jugendherberge des Landes, wo­ durch ein bemerkenswerter Zustrom von Fremden festzustellen war. Den Hauptanziehungspunkt bildete das "Tal der sieben Schlösser ", das den sieben mittelalterlichen Burgen seinen Namen zu verdanken hat.

Von Arel, dem Pfad der sieben Schlösser zustrebend, gelangt man durch das schöne Lingen Tal in die Gaichel, dem seit jeher viel besuchten Ausflugsort. Weiter wandernd, auf dem sehr romantischen Pfad der sieben Schlösser, gelangt man durch herrliche Laub und Nadelwaldungen über Eischen, Steinfort, Körich, mit seiner Wasserburg aus dem XI. Jahrhundert und der aus dem XVII. Jahrhundert stammenden Barockkirche, an dem modernen Wasserwerk des Kommunalverbandes für die Wasserversorgung der Kantone Kapellen und Esch-Alzette vorbei nach Simmern; mit seiner aus dem 10. Jahrhundert stammenden Burgruine und der aus dem 14. Jahrhundert stammenden gotischen Kirche, nach Simmer Schmelz, dem beliebten und schönen Ausflugsort, bekannt durch seine herrliche und idyllische Lage und seinen großen Fremdenverkehr.Erwähnt wird weiter im Jahre 1692 die erste Poststation mit Pferdewechsel in Steinfort für den Postkutschenverkehr Antwerpen Trier.
Die letzten Reste der Köricher Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert.
In neuerer Zeit, nach Stillegung der Eisenhütte, wandte sich Steinfort, in größerem Maße dem Fremdenverkehr zu, und gründete im Jahre 1933 die erste Jugendherberge des Landes, wodurch ein bemerkenswerter Zustrom von Fremden festzustellen war. Den Hauptanziehungspunkt bildete das "Tal der sieben Schlösser", das den sieben mittelalterlichen Burgen seinen Namen zu.
Das Eischtal und Steinfort waren früher schon immer bevorzugt von unternehmungstüchtigen Geschäftsleuten, die der Industrie zustrebten. Aus dem Grunde finden wir auch schon vor 400 Jahren im Eischtale die Anfänge der Eisenverhüttung. 
Im Jahre 1623 wurden in Simmern und in unmittelbarer Nähe von Eischen die ersten Holzkohlenhochöfen errichtet. Ungefähr 200 Jahre konnten sich diese, für die damalige Zeit sehr bedeutenden Industrieunternehmen, behaupten. 
Im Jahre !820 verlagerte sich diese Industrie in die Steinforter Gegend. Ein namhafter Industrieanschluß, den Steinfort auch um diese Zeit erhielt,gewann die Gemeinde und das ganze Eischtal einen besonderen Aufschwung. Die Eisenhüttenwerke in Steinfort wurden, eine Generation, von guten Fachleuten und sachkundigen Industriellen geleitet und bewirtschaftet, so daß Steinfort um Sonne über der Eisch bei Steinfort ler errichtete um diese Zeit einen modernen Hochofen, mit dem die Verhüttung bis 1846 betrieben wurde. Mit diesem Jahre setzte die für Steinfort entscheidende Entwicklung ein. In den weiteren Jahren wurden die für die Verhüttung von Eisenerzen · geschaffenen Industrieanlagen wesentlich verbessert und ausgebaut. Durch den Eisenbahn die Jahrhundertwende eine besondere Note auf dem Gebiete der Eisenverhüttung zufiel. Im Weltkriege und auch nachher, war die Steinforter Hüttenindustrie verschiedentlichen Einflüssen ausgesetzt. Durch die Initiative namhafter reichsdeutscher Firmen erhielten die Werke einen bleibenden Aufschwung. Dieser Zeit verdankt Steinfort den wesentlichsten Teil seiner Ausdehnung. Nicht allein die Hüttenanlagen wurden erheblich ausgedehnt, sondern auch die Ortschaft selbst wurde durch Wohnungsneubau von Beamten-und Arbeiterwohnungen, der von den Hüttenwerken sehr rege betrieben wurde, um die Hälfte vergrößert. Das so in der Blüte stehende Steinfort wurde in den späteren .Jahren mit seinen Hüttenwerken durch verfehlte Spekulationen in große Mitleidenschaft gezogen. Es führte dazu, daß im Jahre 1932 die Werke zum Stillegen gebracht wurden. Trotz der blühenden Kleinindustrien, u. a. moderne Großhandelsmühle mit Farbenfabrik in Kleinbettingen, zahlreiche Steingruben, Schlossereien,Sägewerke und die für Anbau und Verarbeitung (Trocknen) von Gemüse und Heilkräutern geschätzte Simmerfarm, gerieten die Gemeindegruppen des jetzigen Amtes in finanzielle Schwierigkeiten. Steinfort sollte aber nicht .dem Untergang geweiht sein. 
Auch der 10. Mai 1940 brachte eine Wandlung in dem bereits abgeschriebenen Industrieort In politischer Hinsicht war die Ortschaft Steinfort für den Aufbau der NS.-Formationen Ausgangspunkt für das ganze Eischtal. Nachdem die Organisationen für die Erschließung des völkischen Lebens geschaffen waren setzte die für die Verwaltung bestimmte neu Führung ein. Steinfort wurde zum Amtssitz des neuernannten Amtsbürgermeisters bestimmt. Die vielseitigen Aufgaben, die sich die neue Verwaltung 
gestellt, lassen darauf schließen daß der Amtssitz Steinfort seiner früheren Bedeutung wieder zugeführt .wird. .. Wenn auch jetzt im Kriege die stillgelegten Hüttenwerke m der früheren Form nicht in Betrieb genommen werden können so sind doch schon Anzeichen vorhanden, daß 'in allernächster Zeit eine Ersatzindustrie ins Leben gerufen wird. Um einem Teil der Arbeiter Arbeit und Brot zu .geben, und nicht zuletzt auch einer wichtigen Kriegsmaßnahme Rechnung zu tragen, hat die neue Verwaltung den Entschluß gefaßt in diesem Jahre Gemüsebau in größerem Umfang in Angriff zu nehmen. Auch für die Förderung der Jugendpflege wurde durch Anlegen eines schönen Sportplatzes der Schaffung einer landwirtschaftlichen Berufschule und eines Heimes für die Jugend wesentlich beigetragen. So kann das Amt Steinfort und die dazu gehörenden Amtsgemeinden, mit Zuversicht in die Zukunft sehen.
 

Amt Steinfort

ladet ein zur ErholungErrholung

STEINFORT, das Tal der sieben Schlösser, bietet den Naturfreunden 
und Erholungsuchenden eine abwechslungsreiche Ferien-und Urlaubszeit. Vom Eingang in das Eischtal bis zum Auslauf längs den Ufern der Eisch fällt der Blick auf schöne Tannenwälder und grüne Wiesen. /n der Ebene, in den Abhängen und auf Felsmassiven stehen trotzig die mächtigen Burgruinen, die Zeugen einer bedeutenden Vergangenheit.
 
 

 

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