1943 Luxembuerger Wort: Lokalgeschichtlicher Streifzug durchs Eischtal

Lokalgeschichtlicher Streifzug durchs Eischtal  Wort 1943

Die Herren von Elter und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen zur Herrschaft Kahler

In unserer Ausgabe vom 19. März wurde bereits kurz auf das Adelsgeschlecht derer von Elter hingewiesen, das im Lauf der Geschichte eine wichtige Rolle gespielt hat. Es wurde in einem Hinweis auf die Ortschaft Kapellen dargelegt, dass im Jahre 1426 Johann und Huart II. von Elter das väterliche Erbe teilten und daß Huart den später nach seinem Namen benannten „Huartsodèr Heuertsweiher" zu Kapellen erhielt, dessen Nennung' mit der ersten. Erwähnung der Ortschaft Kapellen zusammenhängt.
Der Namen der -Herren von Elter hängt mit demjenigen der Herrschaft Kahler eng zusammen. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Herrschaft Kahler aufgespalten. Dem Familiensitz blieb der Sitz Edelmans mit dem Besitztum rechts der Eisch, während der neue Site Kurians den Boden am linken Ufer. besiedelte. Durch Einheiraten kam das 'Besitztum nacheinander durch Aufteilungen an Ehnen, Möstroff, an die Abtei Bonneweg, an Meysemburg, Wilz, Hollenfels, an das Dominikanerkonvent, an die Herren von Fels, an die Pfandherrenfamilie von Sassenheim, von Ansemburg usw. Ein wichtiger Teil gelangte an Johann den Roten von Kahler, danach um die Mitte des 16. Jahrhunderts an Johann von Rollingen und von diesem an die Herrschaft Zolver. Um die Wende des 13. und 14. Jahrhunderts erhielt Johann von Berwart von Johann dem Blinden als Pfandschaft y das Besitztum KahlerEdelmans, das' im Jahre 1328 an Arnold, Propst von Arel, überging. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts ging die Herrschaft an Simon von Arel über, der nach Burscheid heiratete und sich Simon von Burscheid nannte.
Rudolf von Kahler, der letzte Besitzer von Alt-Kahler, vereinigte sein Besitztum in eine Herrschaft Sterpenich und betitelte sich auch als Rudolf von Sterpenich. Im Jahre 1371 verkaufte er seinem Vetter Johann von. Elter Schloß und Herrschaft Sterpenich, und mit diesem Jahr entstand die Doppelherrschaft Elter-Sterpenich.
Um die Zeit Antons von Burgund scharten sich die Burgherren um die Herren von Elter und führten einen offenen Krieg gegen die Burgunder, mit denen die Städte Luxemburgs einen Bund gegen die Burgherren geschlossen hatten! Das Schloss .Elter würde 1413 von den Burgundern belagert, die Burg wurde zerstört und die Besatzung ermordet.
Die Herdfeuerlisten des Jahres 1473 ergaben für die ganze Herrschaft Elter mit Bettingen, Elter, Hagen, Randlingen, Steinfort und Sterpenich 63 Feuerherde.
Im Jahre 1529 wurde die Feuerliste, die Stefan von Bettingen, Burggraf zu Elter, aufgestellt hatte, mit den Namen der Herdbesitzer versehen. In Bettingen gab es fünf, in Hagen zehn, in Randlingen drei und in Steinfört drei Herdbesitzer, die zu besteuern waren. Für das Jahr 1473 sind die Zahlen folgende: für 'Bettingen fünf, für .Hagen elf, für Randlingeri fünf und für Steinfort drei Haushalte, das Jahr 1501 gibt an: für Bettingen vier, für Hagen acht, für Randlingen drei und für Steinfort drei leibeigene Haushalte.
•'' Für die Staatssteuer zählte Bettingen im Jahre 1537 sechs, Hagen elf, Randlirigen vier und Steinfort vier ElterSterpenicher Vogteien. Die ' Feuerliste Begriff für Kahler im' Jahre 1541 elf Burscheider Feuerstätten, von denen sieben steuerpflichtig waren, sowie drei von Zolver. Zwanzig Jahre später mußten in Hagen neun, in Rändlingen vier ' und in Steinfort drei Haushalte am Zahlungstermin einen Gulden zahlen. Die Einwohner des Dorfes Elter beklagten sich im Jahre 1624 beim Generalprokurator über die Höhe der Staatssteuer und verlangten die Herabsetzung um die Hälfte. Um dieselbe Zeit richteten die Einwohner von Hagen, Rändlingen und Steinfort dieselbe Klage an den Provinzialrat. Diese Dörfer wurden in den Feuerbüchern als „geringe" Dörfer, als „Kleindörfer" mit ,-,Untertanen mit etlichem geringen Vermögen" bezeichnet.
Es kam über die Dörfer der Krieg und 1636 die Pest, sie entvölkerte besonders Kahler und Steinfort, die Armut dauerte an und besonders -um 1650 wurde das Gericht Elter sehr stark in Anspruch genommen.
Erst um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts kam ein leichter Wohlstand unter den Bauern auf.
Im Jahre 1794N bei der Eroberung durch die Franzosen wurden alle Herrschaften aufgehoben.

Quelle :  www.eluxemburgensia.lu

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