Wie sollte eine ökologische Wegrandpflege aussehen?

Bester Mähtermin ?

Eine frühe Mahd im Mai gefährdet alle am Wegesrand vorkommenden Wiesenpflanzen genauso wie sie die Entwicklung von vielen Insekten beeinträchtigen. Für alle Bodenbrüter wie Rebhuhn und andere bedeutet eine frühe Mahd dass diese Ränder sich nicht als Lebensraum eignen. Ebenso fatal ist eine Mahd im August, weil damit in intensiv genutzten Landschaften oft die einzigen blütenreichen Strukturen zerstört werden. Heuschrecken und andere Tiere leiden besonders unter einer Mahd im Sommer
Eine  erste  Mahd darf nur nach dem Blühen der meisten Wiesen Wildkräuter erfolgen, dies ist frühestens Mitte-Ende Juni.
Bei wüchsigen Standorten ist eine zweimalige Mahd sinnvoll, um den Standort auszuhagern. Bei wüchsigen Standorten kann eine erste Mahd zwischen dem 15. Juni und Anfang Juli erfolgen, um einen zweiten Blühaspekt zu ermöglichen.
Magere Standorte nur einmal ab Ende September mähen.

Wieviel Mähen ?

Meist werden die Wegränder komplett gemäht, nur Hecken, Bäume  und Zäunen- Reste werden verschont
Dieses Mähen erfolgt nicht nur sehr früh, sondern auch in einem sehr kurzen Zeitraum in weiten Teilen einer Landschaft.
In wenigen Tagen werden so in den Gemeinden hunderten Kilo Meter Wegränder abgemäht.
Zu einer ökologischen Wegrand Pflege gehört, diese nur Abschnittsweise zu  mähen.
Dies bedeutet kein abmähen auf einer gesamten Länge, und schon gar nicht beidseitig in einem Arbeitsgang.
Säume entlang von Hecken und Bäumen sind für die hier lebenden Tiere wichtig, diese gilt es unbedingt zu schonen.
Wichtig nicht jedes Jahr die ganze Breite eines Wegrandes ausmähen, und immer Rückzugsräume für den Winter stehen lassen.
Im Winter bieten sich leider oft nur schmale Streifen an Zäunen als Rückzugsräume.
Schmale Rest Streifen entlang von Fahrrad oder Feldwegen immer stehen lassen.
 
Mähgeräte ?
 
Balkenmäher arbeiten nur in einer Ebene, Kleintiere können so dem Messer leichter entkommen.
Eine Mahd mit Balkenmäher ist daher immer die Naturfreundlichste.
Besonders schonend für die Fauna sind Hand-Motorbalkenmäher.
Bei einer Mahd mit Kreiselmäher können Tiere die sich in unmittelbaren Umgebung vom Schnittgut befinden durch Rotierende Bewegungen in Mitleidenschaft gezogen. Arbeiten mit diesen Mähgeräten ermöglichen (am besten),  mit einigen Tagen Abstand, in einem zweiten Arbeitsgang das Material abzuräumen.
Dieses Abräumen ist sehr wichtig, dadurch magert der Standort langsam aus, was blütenreiche  Kräuter fördert.
Durch die Aushagerung geht der Aufwuchs zurück und die Fläche muss seltener gemäht werden.
Bleibt das Mahlgut einige Tage liegen, dient dieses vielen Kleintieren als Deckung.
 
 
 
Die Mulchmahd ist die heute verbreitetste Form der Pflege von Wegrainen. Zum Einsatz kommen zumeist Schlegelmäher, die das Material schlegeln und stark zerkleinern, um die Zersetzung zu fördern.
Die Mulchmahd hat wirtschaftliche Vorteile: ,
Der Vorteil beim Schlegeln besteht darin, dass der Schlegelmäher durch seine robuste Bauweise auch Äste und Holzstücke zerkleinern kann, ideal um aufkommende Hecken und Bäume zu zerstören
 Das Schnittgut bleibt auf der Fläche, daher ist nur ein Arbeitsgang erforderlich.
Die Mahd mit dem Schlegelmäher hat viele ökologische Nachteile. Das Mähgut wird stark zerkleinert, dadurch haben die im Saum lebenden Kleintiere kaum eine Überlebenschance. Die Verlustrate liegt nach Untersuchungen zwischen 50 und 100 Prozent. Eine wünschenswerte Aushagerung der Säume bleibt auch aus, weil das Mähgut liegen bleibt.
Mit einer Mulch Mahd ohne Abtransport gibt es die beste Voraussetzungen um im bisherigen Kreislauf: Frühe Mahd, sehr oft, und viel zu Mähen zu bleiben. Zumindest auf bereits gut mit Nährstoffen versorgten Standorten nehmen durch das Mulchen stickstoffliebende Arten, wie Brennnessel oder Disteln zu, und die Säume verfilzen wovon wiederum Gräser profitieren.
Eine Mahd mit Abräumen ist deshalb immer einer Mulchmahd  vorzuziehen.
Bevor das Material abgeräumt wird, sollte es mindestens zwei Tage liegenbleiben, damit Kleintiere flüchten können.
Ist eine Mahd mit Abräumen nicht möglich, sollte die Mulchmahd ab Ende September erfolgen.
 
Mahd Höhe- und Geschwindigkeit.
 
Egal ob Balken, Kreisel oder Mulchmäher wichtig auch die Mahd Höhe- und Geschwindigkeit Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass bei geringen Mahd höhen deutlich mehr Kleinlebewesen sterben als bei höheren. Zehn Zentimeter gelten deshalb als Mindesthöhe. Je langsamer die Arbeitsgeschwindigkeit, desto eher können mobile Tiere flüchten.

Wichtig für eine Naturschonende Mahd entlang der Feldraine:

·       Keine frühe Mahd, -nicht vor Mitte Juni.

·       Abschnittweise Mahd.

·       Ein Saum entlang Hecken bestehen lassen.

·       Abtransport des Mähgut.

·       Für Herbst und Wintersäume sorgen.

·       Keine Mahd bei schmalen Säumen.

.

© 2015 Your Company. All Rights Reserved. Designed By JoomShaper